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Bilanz nach zehn Jahren als Landespolizeipräsident

Bilanz nach zehn Jahren als LandespolizeipräsidentBei der Amtsübergabe von Peter Stiedl an Gerhard Pürstl am 28. Dezember 2007. Foto: LPD Wien
Eine durchwegs positive Bilanz zog Wiens Landespolizeipräsident Mag. Dr. Gerhard Pürstl aus Anlass seines 10-jährigen Amtsjubiläums im Jänner 2018. Im Jahr 2008 habe sich die Wiener Polizei in einer überaus schwierigen Situation befunden, es gab strafrechtlich relevante Vorwürfe gegen Polizeispitzen, die schlechte Stimmung habe sich auf die Polizeiarbeit und deren Ruf ausgewirkt. Zu seinem Amtsantritt sei es daher eine wesentliche Aufgabe gewesen, „Ruhe in die Organisation zu bringen“. Das habe gut funktioniert, heute genieße die Wiener Polizei wieder ein hervorragendes Image. Die Aufklärungsrate habe sich von 28% auf mehr als 40% verbessert, die Zahl der angezeigten Delikte sei von 215.000 auf weniger als 200.000 zurückgegangen - und das, obwohl heute um 200.000 mehr Menschen in Wien leben, wie Pürstl betont.

Verein gratuliert

"Im Namen des Vereins der Freunde der Wiener Polizei darf ich HR Mag. Dr. Pürstl zu seinem Dienstjubiläum herzlich gratulieren", betont der Präsident des Vereins der Freunde der Wiener Polizei, Adolf Wala: "Aus meiner Sicht kann der Landespolizeipräsident mit gebührendem Stolz auf seine Leistungen in dieser langen Funktionsperiode zurückblicken. Für mich ist das auch ein Anlass, mich für die überaus angenehme und immer konstruktive Zusammenarbeit zu bedanken. Wir wünschen HR Mag. Dr. Pürstl weiterhin viel Glück und Erfolg für seine verantwortungsvolle Tätigkeit!"

Polizei genießt größtes Vertrauen

Der aktuell gute Ruf der Polizei wird durch das alljährliche sogenannte Demokratie-Monitoring der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft bestätigt, wonach die Polizei vor allen anderen Ämtern und Behörden das größte Vertrauen in der Bevölkerung genießt. Die Durchführung dieser Studie wird vom Verein der Freunde der Wiener Polizei regelmäßig gefördert.

Aufklärungsrate spiegelt Polizeiarbeit wider

„Was Kriminalität betrifft, und das gebe ich immer zu, spielt die Polizei eine wesentliche Rolle, aber das ist nicht alles. Da gibt es auch viele andere Faktoren. Aber was die Aufklärung betrifft, ist das die Leistung, die die Polizeiarbeit widerspiegeln kann“, sagt Pürstl.

Unter seiner Führung sei es gelungen, ordentliche Strategien für Phänomene und Probleme zu entwickeln. So habe man etwa bei Einbrüchen festgestellt, dass viel mehr Tatortspuren gesammelt und ausgewertet sowie intensiv gegen Personen ermittelt werden müsse, die immer wieder im Zusammenhang mit Einbrüchen stehen. Als Beispiel nennt Pürstl die Operation Java im März 2010. Dabei sei eine europaweit agierende Einbrecherorganisation aus Georgien ausgehoben worden. Man habe gewusst, dass die Organisation Asylwerber anwerbe, deshalb habe man auch dort angesetzt - trotz aller Kritik, dass nun alle Asylwerber unter Generalverdacht stehen würden.

Subjektives Sicherheitsgefühl entspricht nicht den Fakten

Die objektiv gute Sicherheitsentwicklung entspricht nicht dem aktuellen subjektiven Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung, bedauert Pürstl. Das hänge mit vielen Faktoren  zusammen - wie z. B. der allgemeinen Terrorgefahr, den verunsichernden Folgen der großen Flüchtlingswellen, der Berichterstattung mancher Boulevardmedien und auch damit, dass soziale Medien ein Podium für jede Art von Meinungsäußerung böten. „Damit müssen wir umgehen lernen“, ist Pürstl überzeugt.

Ein Schritt zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls sei die Einführung von  „Grätzlpolizisten“ als Ansprechpersonen für die Bevölkerung vor Ort gewesen. Obwohl es dafür nicht mehr Beamte gab, sagt Pürstl: „Es ist die Personallage nicht ganz so schlecht, wie sie manchmal dargestellt wird. Wir haben knapp 7.000 Exekutivbeamte in Wien, das ist deutlich mehr, als wir vor zehn Jahren hatten.“ Zudem plane die neue Regierung, 2.100 neue Dienststellen in Österreich zu schaffen. Pürstl hofft dabei auf einen großen Anteil für Wien.

Große Herausforderungen und Erfolge

Als "Riesenherausforderung" sieht Pürstl im Rückblick etwa das Fußball-Großereignis UEFA EURO 2008, als herausragenden Erfolg nennt er, dass es dank konsequenter Arbeit, abertausender Kontrollen und Festnahmen gelungen sei, den Karlsplatz drogenfrei zu machen: "Jeder, der in Europa süchtig war, kannte den Wiener Karlsplatz.“

Auch die Verbannung des Straßenstrichs in Wien sei eine große Aufgabe gewesen. In Kritik geriet Pürstl bei der Räumung der Pizzeria Anarchia in der Leopoldstadt, bei der  1.700 Polizisten gegen 19 Hausbesetzer eingesetzt waren. Es sei aber, so Pürstl, nicht kommuniziert worden, dass mit der Räumung lediglich 90 Beamte beauftragt waren. 400 Beamte hätten für die Absperrung des Areals gesorgt, der Rest sei für allfällige Demonstrationen in Bereitschaft gehalten worden.

Landespolizeipräsident seit Jänner 2008

Die Bestellung von HR Mag. Dr. Gerhard Pürstl zum Wiener Landespolizeipräsidenten wurde am 19. Dezember 2007 vom damaligen Innenminister Günther Platter bekanntgegeben.

Gerhard Pürstl wurde am 5. Juli 1962 in Wien geboren. Er besuchte die AHS Wien 18., Klostergasse 25, wo er auch die Reifeprüfung ablegte. Beim Bundesheer absolvierte Pürstl eine einjährige Freiwilligen-Ausbildung, mehrere Führungsausbildungen und Truppenverwendungen und wurde als Oberleutnant ausgemustert.

1987 schloss Pürstl das Studium der Rechtswissenschaften ab und trat am 1. April 1988 als Beamter des rechtskundigen Dienstes in die Bundespolizeidirektion Wien ein. In den Jahren 1988 bis 1990 war er in den Bezirkspolizeikommissariaten Brigittenau, Währing und Leopoldstadt als Referent tätig.

Von Juni 1990 bis Oktober 1996 hatte Pürstl die Funktion eines Hauptreferenten im Büro für Organisation, Rechtsfragen und Fachaufsicht in der Präsidialabteilung der Bundespolizeidirektion Wien inne. Von November 1996 bis 2002 war ihm die Stellvertretung des Vorstandes dieses Büros übertragen. Nach der Umstrukturierung der Bundespolizeidirektion war Pürstl vorerst als Hauptreferent im Büro für Rechtsfragen und Datenschutz der Bundespolizeidirektion Wien und ab Oktober 2002 als dessen Vorstand tätig.

Gerhard Pürstl ist mit der Tierärztin Dr. Angelika Pürstl verheiratet. Seine beiden Kinder studieren in Wien. Pürstl ist Autor mehrerer juristischer Fachpublikationen zum Straßenverkehrs- und Kraftfahrrecht sowie zum Sicherheitspolizeigesetz.

 

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